10.10.2007

Millionen Schulden für das falsche Bad

Hohe Schulden für das falsche Bad
Zuletzt stimmten nur noch 11 CSU Stadträte für das Projekt – 9 dagegen !

Die Reichenhaller SPD kritisiert die derzeitigen Pläne zum Neubau der Schwimmhalle an der Rupertustherme. Die Stadt verschulde sich in unverantwortlicher Weise für das falsche Bad. Nicht die jungen Reichenhaller Familien, die Rentner oder Durchschnittsverdiener werden dieses Bad regelmäßig nutzen. Stattdessen werden die Besucher wieder ähnlich wie bei der Therme zusammengesetzt sein. Also Tagesgäste aus einem weiten Umkreis, die es sich leisten können und besonders die „betuchten“ Salzburger. Dagegen setzt die SPD die Forderung, ein Schwimmbad zu bauen, das sich am Bedarf der Reichenhaller Bevölkerung orientiert.

Die bestehende Therme sei gut besucht und erfolgreich, aber kein Bad für alle Reichenhaller, meinte die SPD-Sprecherin im Stadtrat, Elli Reischl. Die Forderung, das Schwimmbad jetzt anders als die Therme zu konzipieren, wollte sie nicht als Kritik am Rupertusbad verstanden wissen. Die Therme sei ja bewusst so geplant, die Attraktivität von Bad Reichenhall für die Gäste zu erhöhen. Ein höherer Eintrittspreis und ein großes Einzugsgebiet seien für eine Therme typisch.

Das jetzt geplante Schwimmbad sollte aber ein Bad für die Reichenhaller Bevölkerung werden und den örtlichen Sozialdemokraten ist wichtig, dass es für alle erschwinglich ist. Besonders Familien, die Schulkinder und die sportlichen Schwimmer sollen sich einen regelmäßigen Besuch leisten können. Als Kern des Problems nannte Elli Reischl, dass sich die Stadt derzeit eigentlich kein großzügiges Bad leisten kann. Sie äußerte die Befürchtung, dass es zum Schluss ein Schwimmbad werde, mit dem keiner zufrieden ist. Die Stadt sitze zuletzt auf hohen Schulden und das hohe jährliche Defizit beschneide die finanziellen Spielräume.

Der SPD-Stadtrat Manfred Adldinger listet die bestehenden Mängel der bisherigen Planungen auf: Es werden alle möglichen Wünsche auf zu kleinem Raum untergebracht. Für Wettkämpfe werde die sechste Bahn gebaut, aber um das Schwimmbecken herum werde so wenig Platz sein, dass Betreuer, Zuschauer oder gerade nicht aktive Wettkämpfer selbst stehend kaum Platz finden. Zum Schulschwimmen für mehrer Klassen wäre es zu eng und Staffelschwimmer könnten sich nicht einmal hintereinander anstellen. Das konzipierte Schwimmbad könnte, so Adldinger, zwar geeignet sein, die Therme zu entlasten und damit den Wünschen des Freistaates als Hauptbetreiber genügen. Aber ein Bad für die Reichenhaller werde es nicht.

In der Oktobersitzung des Stadtrates wurde über die Finanzierung dieses Projektes beraten. Von den bisher errechneten Gesamtkosten in Höhe von ca. 19 Mio EUR, ergibt sich für die Stadt ein Finanzierungsanteil von 10,56 Mio EUR. In der Verwaltungsvorlage wurde schon darauf hingewiesen, dass diese Summe nur unter Zurückstellung anderer Investitionen, sparsamer Haushaltsführung, über Verkaufserlöse, Einnahmeverbesserungen und der Aufnahme von Krediten finanziert werden kann. Im Klartext: Die Stadt kann sich das Bad nicht leisten und die Spielräume werden zukünftig noch enger.
Trotzdem wurde das Finanzierungskonzept von der CSU-Mehrheit im Stadtrat mit 11:9 Stimmen beschlossen.




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