09.12.2007

Ein Bild des Jammers

SPD-Besuch im Reichenhaller Heimatmuseum


Bad Reichenhall. In einem bedauernswerten Zustand zeigte sich das Heimatmuseum beim Besuch der SPD-Stadtratsfraktion. Risse an den Wänden, dunkle Flecken von Wassereinbrüchen, wuchtige Balken, nötig zur Abstützung der Decken und eilig beiseite geräumte Ausstellungsstücke prägen das Bild. Von einer Sanierung oder ersten Ansätzen dazu ist noch nichts zu bemerken. Deshalb befürchtet die SPD-Fraktion, dass die im Jahr 2009 anstehende 850-Jahr-Feier der Stadt Bad Reichenhall ohne Heimatmuseum stattfinden wird. Zusammen mit dem SPD-Ortsvorsitzenden Guido Boguslawski besuchten die Stadträte der SPD das Heimatmuseum, um sich über den derzeitigen Stand zu informieren.

Seit dem Frühjahr 2006 ist das Heimatmuseum, das zu den 25 ältesten in Bayern zählt, geschlossen. Zunächst ging man davon aus, dass nur das Dach saniert werden müsse. Doch bei näheren Untersuchungen stellte sich heraus, dass erhebliche Mängel in Bezug auf Standsicherheit und Brandschutz bestehen. Seitdem fanden zwar Gespräche statt und wurden Planungen erstellt, insgesamt ist jedoch nur wenig passiert.
Im Gespräch mit dem Kustos des Heimatmuseums, Robert Kern und dem Vorsitzenden des Heimatkundevereins, Dr. Johannes Lang, wurde klar, dass die Sicherung bzw. Auslagerung der Exponate vordringlich ist. Erst danach könne die Bestandsaufnahme des Gebäudes, die im Juli 2007 vom Stadtrat beschlossen wurde, in Angriff genommen werden.

Nachdem bisher kein geeignetes Gebäude in städtischem Besitz gefunden wurde, das dafür geeignet wäre, müssten andere Lösungen gefunden werden. Wünschenswert wäre z.B. der Bau eines Depots, in das die Exponate ausgelagert werden können, aber auch auf Dauer eingelagert werden, da nach der Sanierung des Heimatmuseums nicht mehr alle Exponate ausgestellt werden können. Reichenhall ist in der glücklichen Lage, dass es über eine Masse an wertvollen Stücken verfügt und so immer wieder Sonderausstellungen gemacht werden können.
Einige Ausstellungsstücke, besonders jene aus der Vor- und Frühgeschichte sind von überregionaler Bedeutung. Dies ist leider jedoch nur der Fachwelt bekannt. In der einheimischen Bevölkerung wird dies zu wenig wahrgenommen. Auch müsse über eine verstärkte Werbung nachgedacht werden. So habe z.B. das Heimatmuseum in Leogang jährlich 20.000 Besucher, während das Reichenhaller Museum zuletzt nur etwa 800 Besucher verzeichnete. Doch so lange die Sanierung nicht in Angriff genommen werde, seien diese Überlegungen ohnehin noch Zukunftsmusik.

Die Fraktionssprecherin der SPD, Elli Reischl, versprach die Unterstützung der Anliegen des Heimatmuseums und verknüpfte das Thema mit der 2009 anstehenden 850-Jahr-Feier: „Es kann ja nicht sein,
dass wir 2009 ein Jubeljahr zu 850 Jahre Stadt Bad Reichenhall ausrufen und gleichzeitig wertvolle Kulturgüter und unser Heimatmuseum verkommen lassen.“





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Diskussion mit Rainer Arnold, ehem. verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Dr. Bärbel Kofler, MdB
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