11.02.2009

Revolution

Die Reichenhaller SPD fährt zur „Revolution“ nach München

Auf ein reges Interesse bei den Mitgliedern des Reichenhaller SPD-Ortsvereins stieß der Vorschlag, die Ausstellung „90 Jahre Revolution in Bayern“ in München zu besuchen und sich sachkundig von einer Studentin der Geschichte durch die Ausstellung führen zu lassen. Revolutionen finden sich in der deutschen Geschichte ja nur selten. Und doch wartet gerade Bayern mit einer Revolution auf, die zu den spannendsten Kapiteln der deutschen Geschichte gehört: Die Revolution der Jahre 1918/19, der sich politisches Chaos und bürgerkriegsähnliche Zustände anschlossen. Die Bezeichnung „Freistaat", die Bayern heute trägt geht auf diese Revolution zurück, das ist kaum noch bekannt, so die Historikerin.
Die von Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität in München gestaltete Ausstellung zeigt auch eine besonders bedeutungsvolle Phase der bayerischen SPD. Eine Phase des großen Umbruchs nach dem verlorenen Weltkrieg war vor allen Dingen in der Landeshauptstadt zu spüren. Die Monarchie, längst in der Krise, hatte nach dem Krieg vollends abgewirtschaftet. Die Frage war also nur, was danach kommen würde. Und darin war die damalige SPD nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland gespalten und so kam es auch zu einer Spaltung in unabhängige Sozialdemokraten USPD und Mehrheitssozialdemokraten MSPD.
Die USPD, die mit Hilfe der Revolution eine Räterepublik gründen wollte, scheiterte schließlich und bei den damals durchgeführten Wahlen konnte die linke Abspaltung nur 2,5 % der Stimmen erringen. Nach der Wahlniederlage war Ministerpräsident Kurt Eisner auf dem Weg zum Parlament um sein Amt niederzulegen, dabei wurde er von Graf Arco erschossen. Nach dieser Tat brach das Chaos erst aus. Linkssozialisten riefen eine erneute Revolution in München aus, aber im Mai 1919 scheiterte diese Revolution zuletzt endgültig. Die auf Anforderung, der nach Bamberg ausgewichenen SPD /BVP geführten Regierung, vorrückenden Truppen (sogenannte weißen Truppen) marschierten bei geringen Widerstand in München ein. Deren Greueltaten übertrafen jene der roten Garden um ein Vielfaches.
Als bittere Folge dieser gescheiterten Revolution kam es zu einem massiven Rechtsruck und der Schwächung der ohnehin noch nicht stabilen Demokratie. Die Niederschlagung der Revolution ermutigte republikfeindliche Kräfte, sich in Bayern neu zu formieren. Zu ihnen gehörte auch Adolf Hitler, der in München 1920 die DAP in die NSDAP überführte. Im selben Jahr wurde Gustav von Kahr Hoffmanns Nachfolger als bayerischer Ministerpräsident. Er machte aus dem Freistaat eine vermeintliche "Ordnungszelle" darin konnte sich aber auch einen Hort für antisemitische Reaktionäre entwickeln. Kahr - seit 1917 Regierungspräsident von Oberbayern - hatte dem Beamtenapparat der Monarchie angehört, den Kurt Eisners Revolution jedoch nicht antastete. Eisner war bemüht die bayerische Eigenständigkeit gegenüber Berlin zu bewahren. Die zweite Revolution und deren Niederschlagung durch Reichstruppen und Freikorps machten diese Bemühungen zunichte
Die Ausstellung in der Galerie des Literaturhauses am Salvatorplatz 1 in München (im Erdgeschoss, Di-Fr 11-19 Uhr, Sa/So/Feiertage 10-18 Uhr) ist noch bis zum 8. März zu sehen




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