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Leiharbeit: Beschäftigung 2. Klasse

Die Krise zeigt: Die Leiharbeit ist reformbedürftig
Der DGB-Regionsvorsitzende Günther Zellner bei der Reichenhaller SPD


Sie sind die ersten, die in der Krise ihren Arbeitsplatz verlieren, ihre Bezahlung ist gering, ihr Armutsrisiko deutlich höher als das anderer: Leiharbeitskräfte sind „Beschäftigte zweiter Klasse“. Das stellt Günther Zellner, der DGB-Regionsvorsitzende für Südost-Oberbayern bei einer Veranstaltung der Reichenhaller SPD in den Poststuben zum Thema „Leiharbeit“ fest.
Einen enormen Aufschwung in diesem Bereich hat die Reform des Arbeitsmarktes im Jahr 2004 durch die Regierung Schröder gebracht. Gedacht war, besonders Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen und ihre Aussichten, wieder Fuß zu fassen, zu verbessern. Tatsächlich hatte sich die Leiharbeit in den folgenden Jahren auf 800.000 Plätze verdreifacht und auch viele Arbeitnehmer des erchtesgadener Landes sind davon betroffen. Doch jetzt in der Krise zeigen sich deutlich die negativen Seiten und die örtliche SPD sieht einige Notwendigkeiten zur Korrektur des Gesetzes.

Im neuen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz vom 1.1.2004 hat sich für die Leiharbeit vieles geändert. Die Befristung ist weggefallen. Leiharbeitsfirmen können also ohne zeitliche Begrenzung Arbeitnehmer im selben Betrieb einsetzen. Das Synchronisationsverbot wurde gestrichen. Demnach kann auch die Verleihfirma ohne Fristen den Arbeitnehmer auf die Strasse setzen, sobald die Einsatzfirma ihre Leiharbeiter ausstellt. Und Kettenverträge wurden möglich. Mitarbeiter dürfen also nun mehrfach hintereinander in den gleichen Betrieb vermittelt werden.

Weil das für die Betriebe gleich eine Reihe von Vorteilen geboten hat, haben die Firmen das Instrument gerne angenommen. Was davor nur bei saisonalen Auftragsspitzen üblich war, wurde jetzt zur generellen Praxis mit schlimmen Auswirkungen. Jetzt verdränge die Leiharbeit zunehmend die Normalbeschäftigung, so Günther Zellner vom DGB. Und Unternehmen, wie die Deutsche Bahn oder die Telekom gründen ihre eigenen Leiharbeitsfirmen, weil mit Leiharbeitern die Lohnkosten gesenkt werden und obendrein die Stammbelegschaft verunsichert und von ihren Lohnforderungen abgebracht werden.

Besonders gravierend für die gesamte Wirtschaft ist für den Gewerkschafter Günther Zellner die Tatsache, dass viele junge Menschen in der Leiharbeit beschäftigt sind. Denen fehle es an sozialer Absicherung, sie bekommen wenig Lohn und sie leben in permanenter Erwerbsunsicherheit. Gerade die Jungen sollten aber Zuversicht haben um Familien zu gründen, ein Haus zu bauen und zu konsumieren, damit die Wirtschaft in Schwung gehalten werde.

Seine Forderungen sind deshalb an die nächste Bundesregierung, dass die Leiharbeit wieder so gestaltet wird, dass es wieder ein angemessenes Instrument zur Abdeckung von Auftragsspitzen werde. Die Befristung der Einsatzzeit im entleihenden Betrieb würde diesem Ziel ebenso dienen, wie das Verbot der Synchronisation. Und das Beispiel Frankreich zeige, wie es gehen könnte. Dort verdiene der Leiharbeiter nämlich 10 Prozent mehr als vergleichbare Arbeitnehmer im selben Betrieb. Das bekomme er dafür, weil er das größere Risiko trage und auch für den Unternehmer die Flexibilität dieser Arbeitnehmer ein Vorteil ist. Zur Wahl gab der DGB-Regionsvorsitzende noch die Empfehlung mit, die Programme der einzelnen Parteien in dieser Frage genau zu studieren, denn dort gebe es erhebliche Unterschiede.




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