23.04.2010

Kirchholztunnel - und kein Ende

Verkehrsbelastung ohne Ende?
Zur wiederentflammten Kirchholztunnel-Diskussion
(Leserbrief zu: Planung Kirchholztunnel wird aktualisiert vom 16.4.2010)

Die Bewerbung um die Olympischen Spiele in München, Garmisch-Partenkirchen und Königsee erfolgt mit der Parole von den ökologischen Spielen. Was die Bobbahn in Königsee betrifft, war dagegen ja auch nicht viel zu sagen, ausgenommen eine maßlose Verbauung am Seeufer. Nach den schweren Brandschäden wäre vor allem zu fragen: Wie viele Bob- und Rodelbahnen brauchen wir in Deutschland und Nachbarländern?
Aber ganz im Gegenteil: Die Olympischen Spiele müssen sogar dazu herhalten, einen völlig überzogenen 6-streifigen Ausbau der Autobahn zu begründen. Wenn jetzt noch der Kirchholztunnel ökologischen Spielen dienen soll, ist die Parodie gelungen.
Tolerierbar ist die Beteiligung Königsees m.E. nur dann, wenn die Folgeschäden gering gehalten werden, insbesondere Landschaftszerstörung und Verbauung. Der Personennahverkehr muss rechtzeitig so ausgebaut und die Parkraumbewirtschaftung so vorbereitet werden, dass die Besucher bequem und umweltschonend zu den Sportstätten gelangen. Dazu wird es erforderlich sein, an den Bahnhöfen zwischen Laufen, Teisendorf und Piding Ausweichparkplätze einzurichten, preisgünstigen Pendelverkehr zu organisieren und in Königsee eine Parkgebühr von mindestens 50 € zu erheben. Es mag ja dazu ökologische Alternativen geben, aber sie müssten auch realisierbar und effektiv sein.
Abgesehen von den Olympischen Spielen sollten die Befürworter neuer Straßen bedenken: Neue und schnellere Straßen schaffen nur mehr Verkehr und neue Staus, abgesehen von Lärm, Staub und Energieverbrauch, nicht zu vergessen die Kosten für den einzelnen und die Allgemeinheit. Wirkungsvolle Abhilfe dagegen schafft der Verzicht auf entbehrliche Fahrten mit dem Wechsel zu einem gut ausgebauten Personennahverkehr. Das gilt für den Kirchholztunnel genauso wie für die Autobahn.

Dr. Wolf Guglhör




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Diskussion mit Rainer Arnold, ehem. verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Dr. Bärbel Kofler, MdB
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