24.07.2010

Sommerfest 2010

Natur als Quelle der Erholung für die arbeitenden Menschen
Reichenhaller SPD auf den Spuren der Geschichte beim Sommerfest

Etwas Besonderes hatte sich die SPD Reichenhall für ihr diesjähriges Sommerfest einfallen lassen: sie feierte auf dem fast 1.000 Meter hoch gelegenen “Paul-Gruber-Haus” der Naturfreunde. Der SPD-Vorsitzende Guido Boguslawski begrüßte die Gäste, darunter Bürgermeister Manfred Adldinger sowie die Stadträte Güldane Akdemir und Dr. Wolf Guglhör. Da Hans Hausmann, der Vorsitzende der Naturfreunde verhindert war, sprach stellvertretend Wolfgang Kiehne ein Grußwort und erinnerte, dass SPD und Naturfreunde ursprünglich die gleichen Wurzeln hatten:

“Den arbeitenden Menschen aus grauen Städten den Zugang zur Natur zu erschließen”, so Wolfgang Kiehne, war das Ziel der Gründergeneration der Naturfreunde-Bewegung. 1895 schlossen sich die ersten Naturfreunde zusammen, um die Natur als Quelle der Erholung zu erkunden, um zusammenzutreffen, sich fortzubilden und Aktivitäten zu organisieren. Eine wichtige Komponente war das Recht auf freien Zugang zur Natur für alle. Sie wollten einfach nicht mehr von anderen ausgeschlossen werden. Heute ist die Naturfreunde-Bewegung international und zählt über 500.000 Mitglieder in 21 Ländern.

Die Naturfreunde sind jetzt ein Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur. Aus der sozialistischen Arbeiterbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts hervorgegangen, treten sie ein für eine Welt ohne Kriege, gegen Ausbeutung und Unterdrückung sowie für soziale Gerechtigkeit.

Auch im Berchtesgadener Land gründete sich im Jahre 1908 eine Naturfreundegruppe und zusammen mit Salzburgern und Münchenern entstand bei der Griesalm im Wimbachtal der erste Bergsteigerstützpunkt. Der 1. Weltkrieg stoppte die weitere Entwicklung. Der nächste Anlauf wurde im Sommer 1920, also vor 90 Jahren, von mehreren Freunden der Bergheimat unternommen. 1922 schenkte der damalige Kugelbachbauer dem Verein ein 150 qm großes Grundstück. Mit viel Idealismus und unermüdlichem Einsatz entstand in 950 m Höhe ein neuer Stützpunkt. Am 12.10.1924 konnte das Haus seiner Bestimmung als Vereinsheim übergeben werden. Seinen Namen “ Paul-Gruber-Haus “ bekam es vom jüngsten Sohn des Bauplatzspenders.

Am 27. Mai 1933 rissen politische Fanatiker die Naturfreunde-Fahne am Haus vom Mast, beschlagnahmten und verkauften es. Ein Jagdpächter nahm den Stolz der hiesigen Naturfreunde in seine Obhut. Nach dem Kriege 1946 erfolgte die Wiedergründung und der neugewählte Vorstand konnte sein vormaliges Eigentum erkämpfen und die Wiederherstellung des völlig verwahrlosten Hauses in Angriff nehmen. Am 12. Juni 1955 wurde der Neubau eingeweiht. Weit über 300 Mitglieder, Freunde und Gäste nahmen daran teil.

Es gab natürlich “Auf und Abs” in all den Jahren, so Wolfgang Kiehne, der Mitglied sowohl bei den Naturfreunden als auch der Reichenhaller SPD ist. Doch immer gelang es mit unermüdlichem, vorwiegend ehrenamtlichem Einsatz das Haus bis heute zu betreiben. Und darauf seien die Naturfreunde zu Recht stolz, so Wolfgang Kiehne.




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