25.04.2011

Kirchholztunnel

Bild: Reisch beim Pfaffei
SPD lehnt neue Kirchholztunnelpläne ab
Wolf Guglhör bei Jahreshauptversammlung: „Gewaltige Umgestaltung des Golling“.

Bad Reichenhall. Der Bundesverkehrswegeplan ist ein für alle verbindliches Gesetz. Der Reichenhaller Kirchholztunnel wurde darin bei der letzten Fortschreibung eingestuft unter ‚weiterer Bedarf ohne Planungsrecht’. Verkehrsminister Ramsauer hat jetzt von seiner Kompetenz Gebrauch gemacht, zwischendurch ohne Parlament das Planungsrecht beim Kirchholztunnel doch zuzulassen. Begründet wird dieser Schritt mit einem eventuellen Zuschlag für die Olympischen Spiele 2018. Die Reichenhaller Sozialdemokraten, schon immer Gegner des Tunnels, wollen sich deshalb über die neuen Pläne eingehend informieren und kündigen ihren Widerstand an. Sie sehen im Kirchholztunnel eine zweite Trasse für den Transitverkehr, zusätzlich zur Umgehungstrasse. Und die Begründung des Verkehrsministers ist für sie vorgeschoben.

Bei der Jahreshauptversammlung der SPD in den Poststuben berichtet Wolf Guglhör von der Stadtratsarbeit und der neuen Entwicklung, nach der 2018 der Tunnel bereits fertig sein soll. Die bisherigen Pläne wurden überarbeitet und sollen in den nächsten Tagen im Internet einsehbar sein. Guglhör lies bereits erkennen, dass es aus Sicherheitsgründen einen zweiten Tunnel als Fluchtstollen geben wird. Und bei den Zu- und Abfahrten wurden die Radien vergrößert, was den Golling stärker beeinträchtigen werde: „Die Umgestaltung des Golling wird gewaltig“, so Guglhör. Er hoffe, dass es im Juli nicht zu einem Zuschlag für die Olympiabewerbung komme, denn der Verkehrsminister will den Tunnel, im Straßenbauamt werden die Planungen forciert und auch im Stadtrat sehe es nach einer Mehrheit für eine Zustimmung aus.

Der ehemalige Stadtrat Rudolf Schamberger nannte die Begründung des Verkehrsministers „lächerlich“. Gerade Rodel-, Bob- und Skeletonwettbewerbe seien die am wenigsten besuchten Veranstaltungen bei Winterspielen. Kaum einer interessiere sich dafür und stelle sich stundenlang neben die Bahn. Das haben viele Wettbewerbe auch immer wieder gezeigt. Schon mit ein paar Shuttlebussen könnten die Zuschauer zum Königssee gebracht werden und für die 14 Tage der Spiele dieses gewaltige Tunnelprojekt zu begründen sei nicht nachvollziehbar, so Schamberger.

Elli Reischl betonte noch einmal die Gründe der Ablehnung für die Reichenhaller SPD. Die Umgehungstrasse bleibe nach allen Plänen und Aussagen als überregionale Verkehrsstraße erhalten. Eine spürbare Entlastung sei selbst nach den Berechnungen des Straßenbauamtes nicht zu erwarten. Eher ist zu befürchten, dass allgemeine Verkehrszuwächse und Verlagerungen von der Autobahn für soviel neuen Verkehr sorgen, dass zuletzt beide Trassen, also Tunnel und Umgehungsstraße, voll ausgelastet sind. „Dafür sollte uns der Golling zu schade sein“, so die ehemalige Stadträtin.

Die SPD entschied deshalb in der Versammlung, das Thema aufzugreifen und sich über die Pläne eingehend zu informieren. Und die örtliche Bevölkerung wolle sie mit einbeziehen, sowohl Gegner wie Befürworter. Um Öffentlichkeit sollten sich auch die politischen Parteien der Tunnelbefürworter bemühen, so die SPD. Die Politik sollte aus den Vorgängen in Stuttgart die Lehre ziehen, Großprojekte nur noch in enger Abstimmung mit der Bevölkerung zu entscheiden.




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