11.12.2011

Bärbel Kofler und Adelheid Rupp beim Brigadegeneral

Bundeswehrstandort Bad Reichenhall:
Nachwuchssorgen der Bundeswehr sind auch ein Thema für die Stadt


Eine der größten Herausforderung für die Streitkräfte insgesamt ist künftig der Fortfall der Wehrpflicht und die Notwendigkeit, den Nachwuchs an länger dienenden Soldaten im Wettbewerb mit anderen attraktiven Anbietern auf dem freien Arbeitsmarkt gewinnen zu müssen. Der Standort Bad Reichenhall mit über 2000 Soldaten und mehr als 500 zivilen Arbeitskräften ist nicht nur der größte Arbeitsgeber, sondern bei Betrachtung der Laufbahnchancen, der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und auch der Verdienstmöglichkeiten ein vergleichsweise attraktiver Arbeitgeber. Bei der glücklicherweise extrem niedrigen Arbeitslosenquote im Berchtesgadener Land ist es allerdings nach wie vor schwierig, in der Region selbst ausreichend Nachwuchs zu gewinnen.
Welche Beiträge die Politik leisten könne, um den Soldatenberuf speziell in Reichenhall attraktiver zu machen, ist Thema für die Stadtpolitik. Laut Auskunft des Brigadegeneral Langenegger gibt es dazu Forderungen, die für junge Familien ohnehin schon gelten:

1. Sowohl für ledige, länger dienende Soldaten wie auch für junge Soldatenfamilien braucht man künftig mehr bezahlbaren Wohnraum. Die Bundeswehr kann hier nur begrenzt durch Schaffen attraktiveren Wohnraums für ledige Soldaten und von Pendlerunterkünften innerhalb der Kaserne für Entlastung sorgen.
2. In den Wohnorten der jungen Soldatenfamilien fehlt es häufig an ausreichend Betreuungseinrichtungen für Kinder.
3. Es fehlt ein ausreichendes Angebot qualifizierter Arbeitsplätze für doppelverdienende Partner.


Wichtig sei aber auch, dass die Betreuungs- und Freizeitangebote in der Region bezahlbar bleiben und dass ein leistungsfähiger öffentlicher Personennahverkehr zur Verfügung steht.
Adelheid Rupp, meint hierzu, dass die Problematik bezahlbaren Wohnraums für junge Familien und die Problematik attraktiver Arbeitsplätze in Bad Reichenhall nicht nur für Soldatenfamilien besteht. Ihr Anliegen wird es sein, dafür zu sorgen, dass sowohl der vorhandene Bestand an Altwohnungen saniert wird und auch neuer, bezahlbarer Wohnraum für junge Familien geschaffen wird. Das Problem für die Bundeswehrfamilien sei aber auch, dass ein höherer Bedarf an Wohnungen zwar erkennbar, aber nicht quantifizierbar sei. Das mache es schwer, auf diesen Bedarf vorausschauend zu reagieren. Ganz eindeutig aber müsse besonders in Bad Reichenhall in Bezug auf die unzureichende Lage bei den Betreuungseinrichtungen für Kinder etwas getan werden. Die Problematik fehlender qualifizierter Arbeitsplätze in einer durch den Tourismus geprägten Region ist bekannt. Hier kann nur durch Schaffen neuer Gewerbeansiedlungen Abhilfe geschaffen werden. Eine gewisse Entlastung bringt natürlich auch die wirtschaftlich expandierende Salzburger Region.




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