08.01.2012

Reichenhaller Philharmonie

Der Oberbürgermeister hat nicht nur eine moderierende Funktion


In einer Stellungnahme zur Auseinandersetzung um die Philharmonie fordert die OB-Kandidatin Adelheid Rupp, das Orchester umgehend aus dem „Würgegriff der Kur-GmbH“ zu befreien. Die hohe Qualität des Orchesters bietet die Möglichkeit, es in den Wettbewerb zu entlassen. Dazu sei der Schwerpunkt Schritt für Schritt vom örtlich begrenzten Kurauftrag zu einem Philharmonischen Orchester mit überregionaler Bedeutung zu verlagern. Das Orchester hat für den Kurort und seine Gäste eine außerordentlich hohe Bedeutung und Bad Reichenhall hat mit diesem Klangkörper ein Alleinstellungsmerkmal im gesamten deutschen Alpenbogen und zu allen Wettbewerbern süddeutscher Kur- und Tourismusorte. Dem widerspricht aber nicht, die Philharmonie mit Aufgaben zu betrauen, die über den Ort Bad Reichenhall hinausgehen und die musikalischen Schwerpunkte Richtung Philharmonie zu verlagern.

Die Finanzierung eines so gewandelten Orchesters müsste in der Folge dem geänderten Auftrag entsprechend abgeändert werden. Die möglichen zusätzlichen Einnahmen werden, wie bei jedem vergleichbaren anderen Orchester dazu führen, von Zuschüssen unabhängiger zu werden. Trotzdem ist insbesondere das bayerische Wissenschaftsministerium als Träger der Kultur gefordert, zurückgehende Beträge aus dem Finanzministerium als Träger der Staatsbäder zu übernehmen.

Die mehr überregionale Ausrichtung sollte für die Finanzen der Stadt, so Adelheid Rupp, eher positive Auswirkungen haben. Der städtische Anteil muss in den nächsten drei Jahren spübar gesenkt werden. Wenn dazu eine Reduzierung der Veranstaltungen der Kur-GmbH von 450 auf dann 350 Termine erfolgt, sei dies vorstellbar. Die Präsenz in Bad Reichenhall während der Urlaubsmonate könnte auch damit sichergestellt bleiben.

Die OB-Kandidatin der SPD kritisiert die mangelnde Information gegenüber dem Stadtrat im Rahmen der laufenden Haushaltsplanungen. Die Stadt müsse bezüglich einer Neuorientierung der Philharmonie auch selbst konkrete Vorstellungen entwickeln und sich positionieren bezüglich der Auswirkungen auf den städtischen Haushalt der kommenden Jahre. Dagegen ist in der Presse lediglich von einer „moderierenden Funktion“ des Oberbürgermeisters die Rede. Sollten die vorgelegten Haushaltszahlen nicht mit konkreten Angaben, Informationen und den haushaltwirksamen Folgen einhergehen, wäre der Haushalt nicht abstimmungsfähig

Dass diese Auseinandersetzung jetzt gleichzeitig mit den Beratungen um die problematische Haushaltssituation der Stadt Bad Reichenhall geführt wird, birgt für Adelheid Rupp aber auch Gefahren. Zuletzt könnte unter den entstandenen Streitigkeiten zwischen Trägerverein und der Kur-GmbH das erfolgreiche Orchester leiden. Und die Sparzwänge führen nach ihren Erfahrungen in der Landespolitik immer zuerst dazu, bei Kulturausgaben zu beginnen. Alle Beteiligten müssten deshalb das Ziel des Bestandes der Philharmonie in ihrer jetzigen Form im Auge haben. Leider gab es dazu in der Presse und in den Ministerien in München ebenfalls schon widersprüchliche Meldungen




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