14.01.2012

Besuch im Heimatmuseum

Adelheid Rupp kritisiert den Stillstand nach der Fertigstellung des Getreidestadels
Statt Vorlage im Stadtrat liegt das Museumskonzept im Schubladen

Fertig gestellt ist der sanierte Getreidestadel schon seit einiger Zeit. Doch um die Frage der zukünftigen Nutzung als Heimatmuseum herrscht nach einer Pressemeldung der OB-Kandidatin Adelheid Rupp, derzeit allgemeiner Stillstand. Rund fünf Millionen sei-en investiert worden, zu einem großen Teil aus den Mitteln des Konjunkturprogramms vom Bund, aber auch nicht unwesentlich aus dem städtischen Haushalt.

Dass eine gewisse Skepsis in der Bevölkerung über die hohen Kosten der Sanierung ge-herrscht habe und jetzt die Erwartungen der Bevölkerung auf ein attraktives Museum groß seien, sei nur allzu verständlich, so Adelheit Rupp. Umso mehr war die OB-Kandidatin bei ihrem kürzlichen Besuch im Getreidestadel erstaunt, dass nach der Fertigstellung das Gebäu-de leer steht und die zukünftige Ausrichtung des Museums bis heute nicht festgelegt ist. Ziel hätte sein müssen, mit dem Beginn der Tourismussaison jetzt im März oder April in diesem großartigen Gebäude ein Besuchermagnet für Einheimische und Gäste eröffnen zu können.

Der ehemalige SPD-Stadtrat Rudi Schamberger und Dr.Johannes Lang erläuterten der OB-Kandidatin beim Rundgang im Museum, dass es im Auftrag des Stadtrates eine Museums-kommission gegeben habe. Diese tagte des Öfteren und dabei wurde auch ein Grobkonzept für eine Nutzung als Heimatmuseum erarbeitet. Das Konzept wurde von der Kommission bereits vor 1 ½ Jahren fertig gestellt. Es liege aber derzeit in den Schubladen und wurde trotz Nachfrage der SPD bis heute dem Stadtrat nicht vorgelegt.

Ein entsprechender Stadtratsbeschluss sei aber erforderlich, um darauf aufbauend die weiteren Schritte einzuleiten. So müsse ein Fachmann mit der Innengestaltung beauftragt werden und der Rückumzug der Exponate ins Museum eingeleitet werden. Dieser Rückumzug muss um-gehend bewerkstelligt werden, um weitere Lagerkosten zu vermeiden. Und letztlich gehe es auch darum, mögliche Zuschüsse aus dem Wissenschaftsministerium zu bekommen.

Die Landtagsabgeordnete Adelheid Rupp wies wegen der möglichen Zuschüsse darauf hin, dass ganz viele einzelne Maßnahmen förderfähig seien. Zuständig dafür sei die Landesstelle für nichtstaatliche Museen, aber mit dem Antrag müsse ein entsprechend ausgearbeitetes Mu-seumskonzept vorgelegt werden. „Sonst kann gar nichts beantragt werden“, so Adelheid Rupp. Auch hier sei die Stadt im Übrigen in Zeitnot. Die Zuwendungsanträge seien nämlich mit „einer Beschreibung des Projektes, einem detaillierten Kosten- und Finanzierungsplan, sowie der Terminplanung bis 30. Juni des laufenden Jahres vorzulegen“, zitierte die Land-tagsabgeordnete die Richtlinien für die Vergabe von Zuschüssen an nichtstaatliche Museen.

Zum Abschluss des Rundganges im Museum regte die OB-Kandidatin einen Antrag im Stadt-rat an, wonach diesem Gremium umgehend das Nutzungskonzept zur Diskussion und Ab-stimmung vorzulegen sei. Nicht nur, um die Zuschüsse zu sichern, sondern mehr noch, damit dieses „wunderbare Gebäude“ bald der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könne. Es könne doch nicht sein, dass Reichenhall mit einer solchen Geschichtsträchtigkeit bis zurück in die Frühzeit und der jahrhunderte langen Tradition der Salzgewinnung ein frisch renoviertes Museum so lange leer stehen lasse.





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