02.04.2013

Frauenfrühschoppen

Erfolgreicher Frauenfrühschoppen in Bad Reichenhall
Der internationale Frauentag hat eine lange Tradition, deren Wurzeln in der Arbeiterinnenbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts zu finden sind. Sie kämpften für höhere Löhne und wehrten sich gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung.
Zwischenzeitlich wurde viel erreicht; mit dem Frauenwahlrecht und weiteren Gesetzen zur Gleichberechtigung und Antidiskriminierung sind wichtige Meilensteine gelegt worden.
Aus Anlass des 102. Weltfrauentages am 8. März wurde bereits im Rahmen der Roten Filmnacht der Reichenhaller SPD das packende Frauenportrait „Hannah Ahrendt“ im Parkkino gezeigt. Das Kino war bis auf ein paar wenige Plätze voll besetzt.
Ein weiteres Highlight war der Frauenfrühschoppen, der am Samstag, den 23.03.2013 im Pavillon der evangelischen Kirche stattfand. Die Reichenhaller Weltläden boten dort ein Frühstück aus fair gehandelten Produkten an. Mit dem Kauf fair gehandelter Waren wird zu mehr wirtschaftlicher und sozialer Gerechtigkeit auf der Welt beigetragen. Denn die Erzeugerinnen erhalten faire Preise, die ihnen ein Leben in Würde ermöglichen.

Übrigens: Ein Besuch des Friedensbüros OLALA in der Poststraße 14 und des Weltladens in der Turnergasse 4 gleicht einer Entdeckungsreise. Aromatischer Kaffee, pikante Gewürze, schöne Geschenkartikel u. v. m. Und es gibt noch mehr zu entdecken: Die Produkte im Weltladen sind nicht nur von besonderer Qualität — sie stammen aus fairem Handel und sind zugleich ein kleines Stück Weltpolitik.

Und nicht nur die Weltpolitik stand beim internationalen Frauentag im Mittelpunkt, sondern auch das Wahlrecht der Frauen. Im Hinblick auf die Bundestags-, Landtags- und Bezirkstagswahlen im Herbst 2013 sind Frauen mehr denn je als Wählerinnen und auch als Kandidatinnen gefragt. Und nie zuvor waren so viele gute Frauen an der Macht. Deshalb waren nicht nur amtierende Politikerinnen aller Parteien, sondern auch alle Kandidatinnen zur Veranstaltung herzlich eingeladen. Ilse Rothstein vom SPD-OV Bad Reichenhall ist beruflich seit vielen Jahren als Gleichstellungsbeauftragte aktiv und hatte bereits 2012 zusammen mit Adelheid Rupp aus Anlass der OB-Wahlen einen guten Zulauf beim Frauenfrühschoppen verbuchen können.
Gabriele Willen vom Friedensbüro OLALA e.V., in der Poststraße 14 hatte die Idee, ein faires Frühstück anzubieten. Sie und auch Andrea Cante vom Weltladen in der Turnergasse 4 waren spontan bereit, sich an der Organisation zu beteiligen und die Teilnehmerinnen aus einer großen Palette von fairen Produkten sowohl weltweiter als auch heimischer Herstellung zu versorgen. Es gab nicht nur Schokolade, aromatischen Kaffee bzw. Espresso, diverse Säfte, Mineralwasser und Prosecco, sondern auch delikate Brotaufstriche, Kekse uvm.
Sehr aufmerksam verfolgten die Besucherinnen dann den kurzweiligen und informativen Ausführungen von Gabriele Willen und Andrea Cante über die Herstellungsbedingungen und Vermarktung von fair gehandelten Produkten. Vornehmlich sind es nämlich die Frauen, die weltweit durch viele Einzelinitiativen neue Chancen erhalten und auch nutzen.
Johanna Bricke vom Eine-Welt-Forum Bad Reichenhall ist seit Längerem bestrebt, aus Bad Reichenhall eine Fairtrade-Stadt zu machen. Den kurzen Besuch des Oberbürgermeisters Dr. Lackner ließ sie dabei nicht ungenutzt verstreichen, und legte ihm ausdrücklich ans Herz, diese Initiative zu unterstützen.
Das Zusammentreffen der Politikerinnen und Kandidatinnen aller demokratischen Parteien beim Frauenfrühschoppen im Pavillon der Evangelischen Kirche Bad Reichenhall verlief sehr harmonisch. Neben der Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler (SPD) und der Landtagskandidatin und Kreisvorsitzenden der CSU, Michaela Kaniber, waren auch Bezirkstagskandidatinnen Güldane Akdemir (SPD), Brigitte Rudholzer (FWG) und Annelie Gromoll (FW Inzell) der Einladung gefolgt. Auch Stadträtin Agnes Graschberger (FWG) nahm gerne daran teil. Entschuldigen ließ sich FDP-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Traunstein/Berchtesgadener Land, Sandra Sonntag, aus familiären Gründen, gerne hätte sie an der Veranstaltung in ihrer Heimatstadt Bad Reichenhall teilgenommen.
Die anwesenden Kandidatinnen hatten die Möglichkeit, sich vorzustellen und sich über den Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit zu äußern. Wichtig waren auch ihre Aussagen zum fairen Handel und zu dem Appell an die Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung, bei der Vergabe von Aufträgen künftig besonders Wert auf faire Bedingungen und fair gehandelte Produkte zu legen.
Gut genutzt wurde nicht nur das Gespräch mit den Besucherinnen, sondern auch der Erfahrungsaustausch innerhalb der Mandatsträgerinnen bzw. -bewerberinnen, um die Rolle der Frau im politischen Leben zu stärken. Hierzu sind Netzwerke über parteipolitische Grenzen hinweg, wie sie bei diesem Frauenfrühschoppen möglich waren, sicherlich die idealste Form. So soll es auch 2014 wieder einen Frauenfrühschoppen geben, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die dann stattfindenden Kommunalwahlen.





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