Friedwiese: Trauerspiel um ein Stück Rasen im Friedhof

Seit drei Jahren liegt in der Stadtverwaltung die vom Stadtrat beschlossene Entscheidung vor. Dieses Stück Rasen soll eine Friedwiese werden. Umgesetzt ist dieser Beschluss bis heute nicht
Foto: U.Scheuerl

24. Oktober 2019

Trauerspiel Friedwiese

Reichenhaller SPD will eine schnelle Entscheidung

Vor fünf Jahren hat der Friedhofswart Franz Unterholzner die Einrichtung einer Friedwiese in St. Zeno gefordert und vor drei Jahren wurde sie im Stadtrat mit großer Mehrheit beschlossen. Bis heute gibt es aber keine Möglichkeit, sich auf diese Weise bestatten zu lassen. Dabei, so Unterholzner hat er wöchentlich ein bis zwei Anfragen. Aber immer müsse er darauf verweisen, dass die Umsetzung des Beschlusses in der Stadtverwaltung noch ausstehe.

Das führe dazu, dass Hinterbliebene ihre Verstorbenen nicht in Reichenhall bestatten ließen, sondern ausweichen, besonders ins benachbarte Grödig. Und bei den Anfragen für den möglichen Todesfall hört Unterholzner dann oft: „Vielleicht erlebe ich das ja noch“.

Franz Unterholzner ist seit acht Jahren als Friedhofswart in St. Zeno im Auftrag der Stadt zuständig für alle Bestattungsangelegenheiten. Er ist engagiert in der Reichenhaller SPD und beklagt die städtische Unentschlossenheit, endlich die Möglichkeit dieser Art naturnaher Bestattung zu schaffen. Auf die Frage nach dem Grund der starken Nachfrage für die Friedwiese und warum das drei Jahre nach der Entscheidung noch immer nicht umgesetzt ist, meint Franz Unterholzner, entscheidend sei wohl die naturnahe Art der Grabstätte und dass keine weitere Pflege nötig sei. Warum es verzögert werde, könne er nur vermuten, dass es Widerstände gibt. Der Stadtrat will es, in der Verwaltung, „so scheint es, gibt‘s Bedenken“.

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